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Gitarrenbau Metzner

Es ist alles andere als ein alltäglicher Beruf, den sich Roland Metzner ausgesucht hat: Seit mehr als 20 Jahren baut der 39-Jährige hochwertige Gitarren. Aufgewachsen in Ostin, waren ihm Musik und handwerkliches Arbeiten schon immer wichtig. Und da er sich nie vorstellen konnte, den ganzen Tag lang am Schreibtisch zu sitzen, ergab sich seine Lehre als Zupfinstrumentenbauer als eine beinahe logische Folge.

Zwar beschäftigte er sich während seiner Ausbildung auch mit verschiedenen anderen Instrumenten, wie Zithern, Hackbrettern, Harfen, Lauten und Mandolinen. Aber die Gitarre, als ein Instrument, das auf dem gesamten Globus verbreitet ist, faszinierte ihn am meisten. Vor zwölf Jahren machte er sich mit einer eigenen Werkstatt im beschaulichen Wall selbstständig. Anfangs erledigte er noch viele Reparaturen, doch der Schwerpunkt verlagerte sich rasch zum Bau neuer Instrumente und zum Experimentieren mit Materialien und Bauweisen.

„Berühmte“ Gitarren als Studienobjekte

Im Gegensatz beispielsweise zur Geige ist die Gitarre ein recht junges Instrument. Zwar gebe es einige wenige Gitarrenbauer, die in der Vergangenheit Maßstäbe mit ihren Instrumenten gesetzt haben, aber das sei nicht vergleichbar mit Geigenproduzenten wie Antonio Stradivari oder Guarneri del Gesù, deren Instrumente heute zum Teil für zweistellige Millionenbeträge gehandelt werden, sagt Metzner. Die Entwicklung im Gitarrenbau sei noch lange nicht abgeschlossen.
In seiner Anfangszeit baute er zwar solche „berühmten“ Gitarren nach, um gewisse Prinzipien und Zusammenhänge besser zu verstehen, doch inzwischen entwickelt er die Bauweise selbst stetig weiter. „Ich denke, man braucht nicht zwingend das beste Material, um ein gutes Instrument zu bauen. Es kommt immer auch auf die Abstimmung an“, erklärt der passionierte Handwerker. Und auch heute noch lerne er mit jeder Gitarre weiter dazu:
„Erst jetzt, nach gut 20 Jahren, habe ich die nötige Sensibilisierung in meiner Wahrnehmung erreicht, um gute Instrumente bauen zu können.“

Die Holzart bestimmt den Klang

Damit ist im Laufe der Jahre auch Metzners Anspruch an die eigene Arbeit gestiegen. „Das hat natürlich den Nachteil, dass man diesem Anspruch eigentlich nie gerecht wird“, sagt er schmunzelnd. Zwischen 15 und 25 Gitarren baut er innerhalb eines Jahres für den Verkauf. Bis er ein Instrument zum ersten Mal spielen kann, stecken je nach Komplexität zwischen 70 und 150 Stunden Arbeit darin. Durch zahlreiche Lackschichten, erneutes Beschleifen und Trocknungszeiten vergehen bis zur Fertigstellung mehrere Monate. Entscheidend für den guten Klang sind neben der Innenkonstruktion und einer möglichst dünnen Instrumentendecke auch Art und Alter des verwendeten Holzes. Altes Holz ist trockener und daher härter als jüngeres – ein großes Plus beim Instrumentenbau. Zudem sorgen verschiedene Holzarten aufgrund ihrer jeweiligen Eigenschaften für unterschiedliche Tonqualitäten. So erzeugt eine Decke aus Zedernholz einen volleren Klang als Palisander. Für den Bau der sehr einfach gehaltenen Flamenco-Gitarre wird zum Beispiel gerne Zypressen- oder Fichtenholz verwendet.

Ein Instrument findet seinen Besitzer

Den Großteil seiner Gitarren baut Roland Metzner ohne konkreten Auftrag. Er braucht eine gewisse Produktauswahl für die Messen und Festivals, auf denen er seine Arbeiten präsentiert. Besonders Berufsmusiker, aber auch anspruchsvolle Hobbymusiker, probieren dort ihre „Arbeitsgeräte“ aus und entscheiden nach Gefühl, ob ein Instrument zu ihnen passt.

So findet dieses schließlich zu seinem neuen Besitzer. Das sei auch deshalb wichtig, weil jedes Instrument immer etwas anders klinge, erklärt Metzner, selbst wenn er sie parallel, aus dem gleichen Holz und mit den gleichen Bauteilen gefertigt habe. Durch das Bespielen schließlich werde die Gitarre mit der Zeit immer besser, und zwar deutlich.

Um Neues auszuprobieren, baut er zusätzlich sechs bis acht reine Versuchsgitarren im Jahr. „Manchmal wandern sie in den Ofen, manchmal bin ich aber auch erstaunt, wie gut sie klingen“, sagt er. Und genau diese Exemplare sind es, die Roland Metzner in seiner Arbeit bestätigen und dazu motivieren, dieses beliebte Instrument auch künftig weiter zu erforschen und stetig zu verbessern.

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