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Martin und Martina Goldhofer

Es nieselt. Die Natur zeigt sich Grau in Grau, kein Wetter, das Freude auf einen Spaziergang macht. An solch trüben Tagen findet Martin Goldhofer Ruhe. In seiner Werkstatt in Rottach-Egern wärmt ein Kachelofen, und es duftet nach Rosen. „Ich selber riech’ es nimmer, aber Rosenholz, das verströmt wirklich einen feinen Duft.“ Aus einem etwa zehn Zentimeter dicken Holzzylinder von Zirbelkiefer hat er eine Weihnachtskugel hohl gedreht. Die Kugeln werden nämlich blind hohl gedreht, will heißen, man sieht nicht hinein in die Kugel. Das verlangt eine ruhige Hand, viel Geduld und feines Gespür. Zwei Millimeter dick ist ihre Wand. Er wird sie noch mit Schnitzereien verzieren und die Drechsellöcher mit Ebenholz verschließen: unten mit einer längeren Spindel, oben mit einer kleinen Kappe. Bevor seine Frau Martina das Band für den Aufhänger durch den winzigen, dunklen Deckel zieht, steckt sie noch einen kleinen Zettel in die hohle Kugel. Da steht dann das Datum drauf, welches Holz er verwendet hat und wie das Wetter an diesem Tag war. „Das ist so eine g’spaßige Idee von mir“, sagt Martin Goldhofer grinsend. „Lesen wird’ s wohl keiner.“

Patent für hohle Kugeln

Seine Christbaumkugeln hat Martin Goldhofer beim Deutschen Patentamt in München als Geschmacksmuster eintragen und schützen lassen. In der Tradition gibt es einfach geschnitzte, dicke Kugeln, nicht aber hohle Christbaumkugeln, die leicht an den Zweigen hängen. In vielen Farbnuancen stapeln sich die Rohlinge hinter seinem Schnitzplatz im Regal: Palisander, Wengé, Fichte oder Zirbelkiefer.

Mehr als hundert verschiedene Hölzer stapeln sich in den Regalen von Martin Goldhofer, darunter außergewöhnliche und sehr seltene Holzarten wie etwa Veilchenholz. Die Kugeln aus Apfel-, Zwetschgen- oder Birnbaumholz schimmern bunt und frisch. Die Kugeln aus seltenen Hölzern wirken manchmal fein wie Papier, aus anderen wachsen keck natürliche flauschige Span-Büschelchen aus der sonst glatten Oberfläche. Bei manchen Hölzern wirkt die Maserung selbst schon wie eine Schnitzerei.

Heilige Familie

In die Kugelwände schnitzt er mit Akribie filigrane Ornamente und Verzierungen. Bei Kugeln aus Zirbelkiefer bleibt von der Holzwand nur noch ein zartes Geflecht, das sich fast schützend um winzige Figuren wölbt. Engelchen, Maria und Josef mit dem Jesuskind, Hirten und Esel finden sich im Innern der Hohlkugeln. Mit der Pinzette hebt Martin Goldhofer die Figuren in die Kugel, schiebt sie sorgfältig an den richtigen Platz und leimt sie fest.

Zehn bis fünfzehn Stunden schnitzt er an jeder Kugel – je nachdem, wie hoch der Aufwand ist. Die kleinste Kugel, die er bisher anfertigte, hatte gerade zwei Zentimeter Durchmesser; normalerweise sind es fünf oder sechs. Wobei die Größe ohnehin variabel ist, denn jede Kugel ist ein Unikat.

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