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Wie die Sylter im Meer Beute machten

Seit jeher lebten die Sylter nicht nur am, sondern auch vom Meer. Drei Epochen waren prägend: Im 16. Jahrhundert gingen die Fischer auf Heringsfang, im 17. und 18. Jahrhundert zogen sie zum Walfang ins ferne Eismeer aus, und im 19. Jahrhundert verdingten sich viele Männer in der Handelsschifffahrt.

Lassen Sie uns in diesem Bericht einen Blick die Anfänge werfen: Lange Zeit hatten die Sylter nur nahe des Strandes und im Watt gefischt, wobei auch eigentümliche Fangmethoden zum Erfolg führten. So etwa das „Buttpetten“. Dazu wartete man, bis die Ebbe das Wattenmeer weitgehend freigelegt hatte, so dass nur noch einige flache Tümpel und Priele zurück blieben. Behutsam setzte der „Buttpetter“ nun einen Fuß vor den anderen, bis es unter der Fußsohle zappelte und er mit geschicktem Griff eine Scholle aus dem Wasser beförderte. Dem „Buttpetten“ verwandt war das „Buttstechen“. Dabei behalf man sich mit einer langen Stange, an deren Ende ein Spieß mit mehreren Zinken befestigt war, und stieß diese in regelmäßigen Abständen in den Wattboden.

Ab Anfang des 16. Jahrhunderts wagten sich die Männer dann auch weiter aufs Meer hinaus. Der Grund waren riesige Heringsschwärme, die durch die Nordsee zogen. Schnell wurde diese Fischart ein wichtiges Zubrot für die Sylter – sowohl für den eigenen Verzehr als auch für den Handel: Als eiweißreiches Nahrungsmittel wie auch als Speise zur Fastenzeit stand Fisch auf dem Festland hoch im Kurs.

Der zentrale Stützpunkt für die Sylter Fischer war der „Renning“, ein von Dünen umsäumter Naturhafen in Hörnum. Von hier liefen die kleinen Boote zu den Fangfahrten aus, wobei vornehmlich bei Helgoland gefischt wurde. So wurde der unwirtliche Sylter Süden erstmals besiedelt.

Anno 1513 machten im Hörnumer Naturhafen bereits 40 Sylter Kutter fest, die den Heringen mit langen Treibnetzen nachstellten. Diese wieder ins Boot zu ziehen, bedeutete für die Fischer harte Knochenarbeit. Zurück an Land, salzte man die Fische kräftig, um sie länger haltbar zu machen, und lagerte sie in Holzfässer ein.

Mit Beginn des 17. Jahrhunderts ebbte die Heringsfischerei ab. So plötzlich, wie die Schwärme einst gekommen waren, so abrupt blieben sie jetzt fern. Im Jahre 1611 liefen von Hörnum nur noch vier Boote aus, zeitgleich begann der Naturhafen „Renning“ zu versanden.

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