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Stiftung Küstenschutz

In unschöner Regelmäßigkeit suchen Sturmfluten die Insel Sylt heim und nagen an ihren Ufern. Land und Bund wenden jährlich Millionenbeträge für Sandvorspülungen auf, um die Strände wieder aufzufüllen. Seit sieben Jahren sind aber auch die Sylter selbst mit im Boot: Mit einem Startkapital von 50.000 Euro wurde seinerzeit die „Stiftung Küstenschutz Sylt“ gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern zählten neben den Sylter Kommunen auch zwei Verbände, ein Energieversorger, ein Geldinstitut und zwei Privatunternehmer.

Helge Jansen, maßgeblicher Initiator der Stiftung, erläutert: „Neben der staatlichen Unterstützung für den Küstenschutz wollen auch die Bewohner und Freunde der Insel Verantwortung übernehmen.“ Ziel sei es, dass sich das Stammkapital mittelfristig vervielfache. Die Spenden sollen dort eingesetzt werden, wo der öffentliche Küstenschutz nicht greift; so will man beispielsweise wissenschaftlichen Veranstaltungen und Forschungsaufgaben zum Küstenschutz oder aber den Schutz der Sylter Ostküste fördern.

„Die Sicherung der Inselenden, die Optimierung der Sandvorspülungen und der Sedimentabtrag im Wattenmeer sind Themen, zu denen noch Verfahrensweisen entwickelt werden müssen“, erläutert Helge Jansen und betont: „Vor dem Hintergrund der Veränderung unseres Klimas ist anzunehmen, dass erheblich mehr Anstrengungen zum Schutz der Insel aufgebracht werden müssen als heute zur Verfügung stehen. Um in diesen Fällen auch von privater Seite Beiträge leisten zu können, will die Stiftung einen möglichst hohen Betrag ansammeln und mit den Zinsen wirtschaften.“

Mit Schleswig-Holsteins damaligem Ministerpräsidenten Peter-Harry Carstensen konnte die Stiftung einen prominenten Schirmherrn gewinnen. Sylt, so der Ministerpräsident, verfüge nicht nur über eine facettenreiche Natur, die es im Kampf gegen die Sturmfluten zu erhalten gelte, sondern stelle für Schleswig-Holstein auch einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. „Die Stiftung ist ein erfolgversprechendes Konzept – und soll auch ein Signal an die Stammgäste und andere Freunde der Insel sein.“

Viele kleine und große Spenden trugen seit 2007 dazu bei, dass das Stiftungskapital mittlerweile auf über 700.000 Euro angewachsen ist. Auch renommierte Unternehmen sammelten zum Teil durch Extra-Aktionen Geld für die gute Sache – angefangen vom „Sylter Fischpapst“ Jürgen Gosch über die DB Autozug und die Sylter „EDEKA“-Märkte bis hin zu den Veranstaltern des jährlichen „Beach Polo“ in Hörnum. Zu den treuen Spendern zählt auch Anna Krause vom gleichnamigen Westerländer Juweliergeschäft, die schon wiederholt vierstellige Erlöse aus Verkaufsaktionen an die Stiftung Küstenschutz überreichte. Die Stiftung Küstenschutz Sylt freut sich auch weiterhin über jede Spende auf das Sonderkonto 366366 bei der Sylter Bank (BLZ 21791805). Weitere Informationen gibt es im Internet unter „www.stiftung-kuestenschutz-sylt.de“.

Inzwischen ist das Stiftungskapital soweit angewachsen, dass man mit den Zinsen eine erste Fördermaßnahme finanzieren konnte: In Kampen wurde im Frühsommer 2014 der Außendeich bei der Vogelkoje saniert. Dafür stellte die Stiftung 15.000 Euro bereit. Denn an den so genannten „unbebauten Ortslagen“ entlang der Sylter Ostseite werden von der öffentlichen Hand keine Gelder investiert – so bleibt sich die Küste hier selbst überlassen.

Engagement für den Sylter Küstenschutz von nichtstaatlicher Seite gab es übrigens auch schon in der Vergangenheit. So sammelten Rantums Bürger im Jahr 1989 Geld für den Bau eines 2,5 Kilometer langen Deiches zum Schutz der Ostküste. Ein Jahr später griff auch die Deutsche Bank zur Selbsthilfe: Weil die Abbruchkante dem Kampener Haus „Kliffende“ – seinerzeit von dem Geldinstitut als Gästehaus genutzt – bedrohlich nahe rückte, erprobte man 1990 ein neues Verfahren im Küstenschutz: 1,2 Millionen Mark investierte die Deutsche Bank in so genannte Geotextilien. Dabei handelte es sich um mit Sand gefüllte Polyester- Säcke, die am Kliffhang auf 60 Metern Länge eingegraben wurden und bis heute einen Schutzwall vor dem Angriff der Fluten bilden. (fd)

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