Bildschirmfoto_2015-08-10_um_22.39.44

DER FRANZ. DER RUDI. UND DIE WIESN.

Franz Eberhofers neuer Fall führt ihn tief hinein ins Münchner Rotlichtmilieu. Sein bester Freund, der Privatdetektiv Rudi Birkenberger, zieht ins Schlachthofviertel und staunt, als ihm eine riesige Krähe einen abgetrennten Frauenfinger zu Füßen legt. In ihrem sechsten Fall ermitteln der Franz und der Rudi im Münchner Rotlichtmilieu, denn der Finger gehörte einer ermordeten Prostituierten. Während der Wiesn sterben weitere Frauen durch eine rätselhafte Mordwaffe. Wir sprachen mit den beiden Kult-Ermittlern über München, Dirndl und wie es ist, seine eigene Hochzeit zu verschlafen.

Herr Eberhofer, beginnen wir mit einer privaten Frage. Sie haben Ihre Hochzeit auf einem Hochsitz verschlafen. Können Sie sich noch daran erinnern, was Sie da geträumt haben? 

Eberhofer: Dieses Erlebnis ist mitsamt Träumen bzw. Albträumen meinem Gedächtnis entronnen. Verdrängung von negativen Ereignissen nennt man das auch. Keine Ahnung. 

Herr Birkenberger, seit bekannt geworden ist, dass auch Sie ins Münchner Schlachthofviertel gezogen sind, stiegen dort die Quadratmeterpreise fast um das Doppelte ... 

Birkenberger: Echt? Das halt ich eher für ein Gerücht. Weil, da hätten sich die Preise in Niederkaltenkirchen ja direkt verdreifachen müssen, oder? 

Herr Eberhofer, auf einer Leberkässemmelskala von 1 bis 10 – wie viele Punkte bekommt das neue Münchner In-Viertel? 

Eberhofer: 2 bis 3. Höchstens. Ich find diesen Hype um irgendwelche angesagten Stadtteile sowieso für völlig lächerlich. Was heut nämlich mega-in ist, da will doch morgen eh schon keiner mehr tot überm Zaun hängen. Doch apropos Leberkäs: Eine gute Metzgerei sollte in jedem Fall um die Hausecke sein, ganz egal, wo man grad haust. 

Überhaupt München. Sie galten als Dreamteam der Münchner Polizei, bevor das Schicksal sie trennte und der Franz nach Niederbayern versetzt wurde. Hat sich die Stadt in den letzten Jahren verändert oder ist alles beim Alten geblieben? 

Eberhofer: Ja, mei, es gibt halt jetzt schon ziemlich viele Zugereiste dort, gell. So der echte Münchner, der mit seinem Waldi auf eine Mass meinetwegen ins Augustiner wackelt oder ins Hofbräuhaus rüber, der ist im Verhältnis zu den anderen Gästen quasi schon schwer in der Unterzahl. 

Birkenberger: Ha! Da muss ich mal dazwischen! Das sagt ausgerechnet einer, der aus diesem Hinterkleinbrunzing kommt. Punkt. 

Wir dürfen natürlich nicht zu viel verraten, doch in ihrem neuen Fall spielen Dirndl eine nicht unwesentliche Rolle. Darf man eigentlich Strumpfhose zum Dirndl tragen? 

Eberhofer: Mir persönlich ist das eher wurscht, Hauptsache obenrum ist alles richtig verpackt. 

Birkenberger: Mir persönlich ist das wiederum eher nicht wurscht. Wenn schon Beinkleid, dann doch lieber Strapse. 

Und wie steht’s bei Ihnen mit der Tracht? Versteckt sich eine kurze Hirschlederne im Kleiderschrank? 

Birkenberger: Ich hab ein rot-weiß kariertes Hemd mit Holzknöpfen. Genau. Wo ist das eigentlich? Hm. 

Eberhofer: Meine Krachlederne ist noch von meinem Opa, hat mehr Volksfeste aufm Buckel wie der Schottenhamel und ist mit allem imprägniert, was sich sonst so auf einer anständigen Bierzeltgarnitur befindet. 

Beim privaten Wiesn-Besuch – lieber Festzelt und volle Dröhnung oder eher chillig auf der Oiden Wiesn? 

Eberhofer: Zweiteres. Gemütlich ein paar feine Maß Bier zischen, eine saubere Brotzeit und ein paar nette Dirndl dazu, und alles ist gut. Wobei am Schießstand alles niedermähen und beispielsweise der Susi einen Sibirischen Tiger schießen, das ist schon auch wieder eine fette Gaudi, ganz klar. 

Birkenberger: Also Achterbahn ist schon auch mal eine sehr, sehr feine Sache. Dann ein kuspriges Bio-Hendl mit Salat und eine oder auch gerne mal zwei Mass Bier. Wobei ich dann schon sagen muss, privat verschlägt es mich eher selten auf die Wiesn, gell. Weil grad in dieser Zeit, da ist ja privatdetektivische Höchstzeit, könnte man sagen. Und das verlangt ja bekanntlich den ganzen Mann. 

Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: Der größte Fauxpas, den ich auf der Wiesn beging, war, als . . . 

Birkenberger: Ich hab mal eine falsche Ehefrau observiert, mein Klient hat das anhand der Fotos gemerkt (war ja zu befürchten), hat sich dann aber genau in diese falsche Ehefrau verliebt und nachdem er sie gefunden hat (übrigens auch auf der Wiesn), hat er ein Verhältnis mit ihr angefangen. Dies wiederum hat seine echte Ehefrau herausgefunden und ihn verlassen. Der Ehegattenunterhalt hat ihn dann ruiniert. Mittlerweile lebt der Ärmste unter der Isarbrücke. Ich besuch ihn dort manchmal und bring ihm was mit. Eine Käsestange meistens, weil die mag er recht gern.

Eberhofer: Hm. Wie schon gesagt, da funktioniert mein Verdrängungsmodus aufs Vortrefflichste.

Dienst ist ja bekanntlich Dienst und Schnaps ist Schnaps. Wir stellen uns das nicht einfach vor auf der Wiesn gleich drei Morde an asiatischen Dirndlträgerinnen aufzuklären . . .

Eberhofer: Ja, es ist halt ein Scheißstress bei der Bayrischen Polizei. Und drei Morde auf der Wiesn, die hauen dir deinen Adrenalinspiegel so dermaßen in die Höh, das kann man wirklich kaum glauben. 

Herr Birkenberger, womit verdienen Privatdetektive in München eigentlich am meisten – mit Ehegattenbeschattungen oder mit dem Wiederauffinden von Luxusfahrzeugen im nichteuropäischen Ausland?

Birkenberger: Sowohl als auch. Wobei man die Wirtschaftskriminalität nicht unerwähnt lassen sollte. Die Mafia ist ein Dreck dagegen. Und an solche Schlawiner, da kommst du halt nur als verdeckter Ermittler mit ganz, ganz feinen Antennen ran. So halt, wie ich welche hab. 

Leserwertungen

Tg_comments_butterflyTg_comments_butterflyTg_comments_butterflyTg_comments_butterflyTg_comments_butterfly

Eine Bewertung schreiben

Vergeben Sie Ihre Schmetterlinge (Pflichtfeld)

Verfassen Sie ein Kommentar.

Sie können ihrem Kommentar ein Bild anhängen
Ich akzeptiere die AGB