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Die Streif

Mit 145 Sachen den Berg hinunter, 85 Prozent Neigung in der „Mausefalle“ und schließlich der Riesensprung am Zielhang über 80 lange Meter – die Streif trotzt allen Superlativen. Hier kämpfen die besten Skifahrer um jeden Bruchteil einer Sekunde. Aber auch Freizeitsportler können sich daran versuchen.

Die Streif am Hahnenkamm gilt als die legendärste, spektakulärste und gefährlichste Abfahrtsrennstrecke des Weltcupzirkus. Und wo schon der allerkleinste Fahrfehler verheerende Folgen nach sich ziehen kann. Das Faszinosum der Abfahrtsrennstrecke resultiert einerseits aus der Vielfalt ihrer Geländeformen, aber auch aus den extremen Bedingungen: hohe Steilhänge, überraschende Schrägfahrten, enge Kurven, lange Schuss-Strecken, atemberaubende Sprünge und unzählige unverhoffte Bodenwellen lassen den Puls der Rennläufer in die Höhe schnellen.

Der Sprung in die so genannte „Mausefalle“ mit bis zu 85 Prozent Gefälle geht auf den Ski-Superstar Toni Sailer zurück. Denn wie eine hilflose Maus, so kommentierte Sailer, stürzt der Skifahrer in diesem steilen Streckenabschnitt in eine Drahtfalle hinunter. Kein Wunder, dass bei keiner anderen Skipiste manche Athleten heilfroh sind, die Abfahrt ohne Blessuren überstanden zu haben als bei der Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel. Abseits vom Rennzirkus kann die Streif im Grunde von jedem Freizeitskiläufer befahren werden. Start ist die Bergstation der Hahnenkamm-Bahn. Wobei die gefährlichen Abschnitte wie zum Beispiel die Mausefalle, der Steilhang oder die Hausbergkante als „Skiroute extrem“ markiert sind und ausschließlich großen Könnern vorbehalten sein sollten.

Kitzbühel schreibt Skigeschichte

Ihren Namen erhielt die Streif nach der im oberen Streckenabschnitt befindlichen Streifalm, die wiederum, so erzählen es sich die Einheimischen, nach einem Brixner Bauern namens „Straiff“ benannt wurde. Aber wer konnte damals schon ahnen als Franz Reisch im Dezember 1892 seine ersten Skiversuche in den Kitzbüheler Bergen startete, dass sich der Ort zu einem der populärsten Resorts weltweit entwickeln würde? Das erste namentlich erwähnte Hahnenkamm-Rennen wurde im Jahre 1931 ausgetragen und setzte damit einen Meilenstein in Kitzbühels Skigeschichte. Ende der 1940er Jahre wurden die Hahnenkamm-Rennen erstmals auf der Streif und dem Ganslernhang ausgetragen. Allmählich entwickelten sich die Hahnenkamm-Rennen zu einem wichtigsten Skirennen der Welt. Die jüngsten Abfahrtssieger auf der Streif sind der Schweizer Roland Colombin und der Österreicher Franz Klammer. Bereits im Alter von 21 Jahren sausten sie die Streif in atemberaubendem Tempo hinab und ließen ihre Konkurrenz weit hinter sich. Der Älteste Sieger in Kitzbühel ist der Schweizer Didier Cuche mit 37 Jahren. Der Rekordsieger auf der Streif war lange Zeit der Österreicher Franz Klammer mit vier Abfahrtssiegen. Diesen Titelmusste er jedoch an den Schweizer Didier Cuche abgeben, denn dieser stand gleich fünf Mal ganz oben auf dem Treppchen. Der historische „King of Kitzbühel“ ist aber der Lokalmatador Anderl Molterer, der sich in den 1950er Jahren mit insgesamt neun Siegen (Abfahrt, Slalom und Kombination) in die ewigen Geschichtsbücher des Wettbewerbs eintrug.

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