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Böhmler Einrichtungshaus GmbH

Vom Königlich Bayerischen Hoflieferant zur modernen Einrichtungsinstitution: Seit 1875 ist „böhmler“ ein Name in München. Erst kürzlich hat das Münchner Traditionshaus einen Marken-Relaunch mit neuem Look & Feel gestartet: „böhmler. erstklassig. seit 1875.“ heißt der neue Slogan, mit dem das familiengeführte Unternehmen mit 180 Mitarbeitern in die Zukunft durchstartet. Die vierte Generation – die Cousins Georg, Stephan und Thomas Böhmler – sind im Moment „am Ruder“, bald übernimmt Matthias Böhmler, die fünfte Generation. 

Die Böhmler Einrichtungshaus GmbH zählt sowohl im Privatkundengeschäft als auch im Objektbereich zu den führenden Einrichtungshäusern in Bayern und in Deutschland und hat neben dem Haupthaus im Tal noch weitere Dependancen in München: Den neuen Poliform | münchen Store mit hochwertigen Designerküchen und Highlights aus den aktuellen Poliform und Varenna-Kollektionen, den Showroom ROLF BENZ + PIURE. by böhmler sowie den freistil + böhmler Store, die Münchner Adresse für Ersteinrichter, Freigeister und Designliebhaber.

Trendguide HOME: Sie sind heute ganz allein zum Interview gekommen. Fehlen Ihnen nicht Ihre Cousins, mit denen Sie schon seit Langem die Geschicke von böhmler zusammen leiten? Georg Böhmler: (lacht). Auf Dauer würden sie mir natürlich schon abgehen, aber einen Tag oder eine Stunde kann ich schon ohne sie aushalten. Außerdem sind wir ja eigentlich schon zu viert, mit unserem Junior Matthias Böhmler.

Wann wird denn die Generationenübergabe stattfinden? Schon sehr bald. Matthias arbeitet schon seit fast drei Jahren bei uns und wird ab 2020 übernehmen. Es ist eigentlich ein fliegender Wechsel und eine neue junge und sehr gute Mannschaft steht schon in den Startlöchern.

Erzählen Sie doch bitte kurz, wie böhmler zu dem Traditionshaus in München geworden ist … Von den Anfängen an? Das wäre jetzt ein bisschen lang … Aber einschneidendes Datum der „Neuzeit“ war das Jahr 1975, da wurden wir Mitglied im WK-Schönes Wohnen-Verband, dem einzigen und exklusivsten Möbelverband damals in Deutschland. Damit hatten wir plötzlich Zugriff auf alle Top-Marken wie Interlübke, de Sede und Porsche Design: So haben wir die Marke böhmler immer weiter schärfen und den Markenkern Erstklassigkeit, beste Qualität und bester Service entwickeln können. Mit dieser Positionierung sind wir bis heute „unique“ in München. Wir verstehen uns als „Trendbarometer“ und Modemacher in Sachen Einrichtung und haben den Ehrgeiz, unseren anspruchsvollen Kunden neue Einrichtungstrends immer als erste zu zeigen.

Und die Newcomer der Branche stören Sie nicht? Nein, ganz und gar nicht. Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft. Zudem bedienen die meisten eine ganz andere Zielgruppe. Und andere wiederum sind mehr Mitbewerber als Konkurrenten. Denn wer will das schwierige Geschäft in so einer Stadt wie München, wo die Quadratmetermieten förmlich explodieren, noch machen? Der Möbelmarkt verträgt keine hohen Mieten, ortsüblich sind mittlerweile oberhalb von 25 Euro pro Quadratmeter, für Pop-up-Stores sogar weit mehr. Das kann sich eigentlich niemand mehr leisten. Man kann natürlich auf die grüne Wiese gehen. Aber das wäre dann nicht mehr die Marke böhmler.

Da war es natürlich sehr gut, dass Ihre Vorfahren hier eine so visionäre Ader gehabt haben und das Innenstadtareal gesichert haben. Ja, tatsächlich. Das Haupthaus bis zur Passage gehört uns und ohne das ginge es nicht. 

Eine Vision der jetzigen Generation war Ihr Marken-Relaunch im letzten Jahr… ... das war vielleicht weniger eine Vision als eine notwendige Transformation. Wir haben uns gefragt, wo wir in Zukunft hinwollen und das geht ganz eindeutig weg vom Möbelverkauf zum ganzheitlichen Inneneinrichter mit allen Dienstleistungen, die dazugehören, vom Innenausbau, über Bodenbelag und Parkett bis hin zur Inneneinrichtung und das im Privat- und dem immer stärker werdenden Objektbereich.

Zum Beispiel der Bereich Bodenbelag & Parkett. Hier haben Sie ja schon Projekte im Hotel Mandarin Oriental, im Verlag der Süddeutschen Zeitung und in der Allianz Arena gehabt – gibt es noch weitere Lieblings-Projekte? Aus Gesprächen mit meinem Cousin Thomas weiß ich: Jedes unserer Projekte ist ein Lieblingsprojekt – egal ob wir große Objektgeschäftsaufträge bearbeiten, wie die Firmenzentralen von Google, Microsoft oder der WBRE in München, eine Gründerzeit-Villa mit einem modernen Bodenbelag ausstatten oder den kompletten Boden sowie Treppen- und Saunabereich in einem innovativen Privathaus verlegen. Und jedes Projekt hat seine Herausforderungen. Es gibt nichts Großartigeres als zu sehen, wie ein passender Bodenbelag einen Neubau wohnlich macht, einem Altbau neues Leben einhaucht oder Arbeitsräumen zu angenehmer Atmosphäre verhilft. Der Boden ist der Hidden Champion oder die Bühne jedes Einrichtungskonzeptes.

Was sind Ihrer Meinung nach zurzeit die Trends und Beststeller im Bereich Möbel? Betten und vor allem Küchen – das sehen wir an unserem neuen Poliform Küchenstudio in Kooperation mit der italienischen Premiummarke Poliform Varenna – hier kommen die Kunden nicht nur aus München und Umgebung, sondern auch aus Österreich und der Schweiz zu uns. 

Gibt es Moden im Bereich Wohnen? Sicherlich – aber bei uns gibt es nur eine einzige Mode im Haus: Das ist zeitlos klassisches, modernes Design und dazu qualitativ das Beste, was es gibt. Wir verkaufen vielleicht ab und zu moderne Stühle, aber im Großen und Ganzen ist das, was man auch lange sehen kann, der einzige Trend, den wir vorgeben – eine Corbusier Liege zum Beispiel oder ein Sofa von Flexform. Und natürlich nehmen wir auch mal Kleinmöbel oder Textilien in Trendfarben wie mauve oder dem Pantoneton des Jahres 2018 ultraviolett in unser Sortiment auf. Außerdem zeigen wir immer auch aktuelle Highlights aus dem Accessoirebereich. Dazu sind wir – damit meine ich unser Vierergespann Georg, Stephan, Thomas und Matthias – oft als Trend-Scouts bei den Möbelmessen im In- und Ausland unterwegs. 

Was finden Sie da zum Beispiel? Ausgefallene Vasen. Oder Dinge, die eigentlich unsinnig sind, aber Anziehung und Persönlichkeit haben. Zum Beispiel haben wir einen lebensgroßen Roboter von Star Wars gekauft, einen E.T. oder eine lebensgroße Mickey Mouse – nicht nur als temporäre Deko für unser Haus, sondern auch zum Verkauf. Unsere jüngste „Trophäe“ ist ein Portrait von David Bowie des weltberühmten Schweizer Mode- und Starfotografen Markus Klinko. Das wird sicherlich nicht lange bei uns im Haus sein.

Ihr Haus als Erlebnisort – kann man das so sehen? Ja, ganz klar: böhmler ist ein Ort der Inspiration. Ein Zimmer auszustatten mit einem Sofa oder Tisch, einem Bett oder Schrank – das können viele. Aber das Drumherum muss stimmen – die Teppiche, die Gardinen, die Lampen und eben auch die Accessoires. Da geben wir uns schon auch viel Mühe, unseren Kunden in der Ausstellung stimmige Konzepte anzubieten. Neue Arrangements und Highlights aus dem Store zeigen wir auch gerne auf Facebook oder Instagram, mittlerweile haben wir Follower in Russland, Arabien und den USA, die sich über die sozialen Medien von uns inspirieren lassen.

Dazu passt dann auch wunderbar ihr Café im Eingangsbereich. War das auch eine gute Entscheidung? Eine sehr gute. Nicht nur, weil ich selber gerne reingehe, sondern weil unsere Kunden dort sitzen können und natürlich alle anderen Münchner und Touristen, die vorbeiflanieren und wenn sie schon mal im Haus sind, dann schauen sich viele auch gerne in der Ausstellung um. Mit unserem Wirt Eros haben wir außerdem einen wahnsinnig netten, gastfreundlichen Italiener, der den Laden betreut und uns ein kleines Stück Italien ins Tal holt. Wir haben die Bar übrigens gerade neu gestaltet und laden alle Kunden und Freunde des Hauses ein, sich die neue Bar ELF anzuschauen

Stichwort Münchner. Woher stammen Ihre Kunden? 80-85 Prozent unserer Kunden kommen aus München und Umgebung, bis nach Kitzbühel. Wir liefern aber auch weltweit, nach Mallorca oder sogar China. 

Was ist bei böhmler eines der Grundprinzipien? Unser Grundprinzip ist relativ einfach und entspricht unserem Markenclaim: Wir fühlen uns in jeder Hinsicht dem Besten verpflichtet und streben in all unserem Tun nach Erstklassigkeit, deshalb arbeiten wir mit den weltweit besten Herstellern, erwarten von unseren Lieferanten immer beste Qualität und bemühen uns selbst jeden Tag unseren Kunden den bestmöglichen Service zu bieten. Wir haben hier im Haus tolle Leute, die alles managen und wir haben tolle Mitarbeiter – fast alle sind Architekten und hochqualifizierte Experten, die sich auf alle Wünsche unserer Kunden jederzeit und gerne einstellen. Außerdem haben wir unser Planungsstudio hier im Haus. Zu uns können Kunden einfach mit ihren Plänen kommen und sich ein komplettes Einrichtungskonzept erstellen lassen – vom Umbau der Immobilie bis zur fertigen Einrichtung.

Was sind denn die „must-haves“ im Einrichtungsbereich für das Jahr 2018? Ich könnte mir das jetzt leicht machen und sagen: Alles, was wir im Haus haben! Aber prinzipiell gilt für uns: Alles, was hochwertig hergestellt ist und in Farbe und Funktion stimmt. Und das haben wir da. Der Trend geht weiterhin in Richtung Individualität und da gibt es kein richtig oder falsch, sondern nur das, was gefällt: Auf den richtungsweisenden Messen Anfang des Jahres stand minimalistisches Bauhaus Design harmonisch neben opulenten Entwürfen und ein ausgeprägter Trend zur Individualität ist gepaart mit einem ordentlichen Schuss Traditionsbewusstsein. Was uns begeistert hat, ist die noch präzisere Arbeit am Design, da finden wir uns mit unserem Erstklassigkeitsanspruch zu 100 Prozent wieder. Ob in London oder Kopenhagen, Paris oder Mailand wir sind vor Ort, beobachten, wägen ab und kaufen das, was zeitgemäß ist und zu uns und unserer Klientel passt. Von mir aus eben – wie vorhin schon erläutert – auch mal ein Roboter.

Welche Marken sind in Ihren Augen angesagt? Für den Outdoor-Bereich sicherlich B&B Italia und Dedon, für die Inneneinrichtung u.a. Molteni&C, Poliform oder Designerstücke von Jan Kath, Patricia Urquiola oder Antonio Citterio. Natürlich auch Leuchten von Roll & Hill, Bocci, Foscarini oder Asiatides. Aber eigentlich ist das letztlich egal – die Objekte müssen zu einem selbst und zum Raum passen. Stichwort Individualität – und hier kommen dann wieder unsere Inneneinrichter ins Spiel, die sich in enger Abstimmung mit unseren Kunden kreativ austoben …

Herr Böhmler, wir danken für das Gespräch!

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