Bildschirmfoto_2017-10-22_um_21.48.31

heller & partner

Auf dem Plangebiet am Ostbahnhof in München entsteht kein neuer Stadtteil wie auf einem leeren Reißbrett, sondern vor allem Qualität und Bodenständigkeit sollen das Areal aufwerten. Denn laut der erklärten Philosophie ist ein allmählicher Wandel für das Werksviertel vorgesehen, der das eine oder andere Bestehende mit in die Zukunft trägt.

Auf dem ehemaligen Gewerbe- und Industrieareal entsteht auf rund 40 Hektar - zwischen der Friedenstraße, Rosenheimer Straße und Aschheimer Straße - ein neues Stadtviertel zum Wohnen und Arbeiten und für Freizeit und Kultur. Das Areal kann auf eine sehr lebendige Historie zurückblicken. Als früher alte deutsche Traditionsunternehmen wie zum Beispiel Pfanni, Zündapp, Konen und Optimol dem Standort ihren Stempel aufdrückten, wurden Kartoffeln zu Knödel verarbeitet, Motorräder zusammengebaut, Kleidungsstücke entworfen und geschneidert und Schmierstoffe zu Problemlösern veredelt.

Urban und einzigartig – mit viel Charakter

Obwohl die alten Maschinen längst verschwunden sind, ist der Puls der Wirtschaftskraft am Ostbahnhof bis heute noch deutlich spürbar. Diese Kraft wird auch das Areal weiterhin bestimmen. Denn historische Baukörper sorgen mit modernen Gebäuden für spannende Kontraste. So verschmilzt harmonisch das Alte mit dem Neuen und formt daraus ein einzigartiges Zukunftsviertel: das Werksviertel München. Es ist perfekt mit den wichtigen Verkehrsadern Münchens verbunden und alle Lebensbereiche - Leben, Wohnen, Arbeiten und Bewegen – sind im Werksviertel optimal miteinander verbunden. Dafür sind heute ca. 1.200 neue Wohnungen für rund 3.000 Bürgerinnen und Bürger vorgesehen und langfristig sollen etwa bis zu 7.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Eigentümer der Flächen sind die Landeshauptstadt München sowie acht weitere Unternehmen. Erste Ideen zur Nachnutzung des Geländes entstanden bereits im Jahre 1999. Der Bebauungsplan folgte ein Jahr später und den Anfang machte 2005 gleich das Technologiezentrum I von Rohde & Schwarz und seit 2010 steht die „Medienbrücke“ als Symbol innovativer und richtungsweisender Architektur in München.

Eine gewachsene Historie weiterführen

Ein geschichtsträchtiges Areal wurde vom Team um Johannes Ernst der Steidle Architekten in München städtebaulich an die Erfordernisse der Zukunft angepasst. Das war für den Architekten natürlich Herausforderung und Anspruch zugleich. Mit viel Erfahrung und großer Leidenschaft verantwortet Johannes Ernst die gesamte architektonische Planung. Ernst wollte mit seiner Planung dem Ort eine zeitgenössische Schicht hinzufügen und Kontinuität als einen progressiv-kreativen Prozess verstehen, der nicht nur auf die irgendwann fertiggestellte Stadt zielt, sondern bewusst auch den Entwicklungsprozess kultiviert. Auf diese Weise wirkt die bestehende architektonische Vielfalt wie ein Motor auf die dynamische Entwicklung des gesamten Werksviertels. Dies geschieht, indem neue Gebäude zu alten hinzugefügt, verborgene Gebäudeschätze ausgegraben und in neuer Form wiederhergestellt sowie bestehende Verbindungen aufgegriffen und verfeinert werden. „Die alten Werksgebäude sind Ausgangspunkte für neue Gebäudetypologien, die in München die selten anzutreffende Loftnutzung an der Schnittstelle zwischen Leben und Arbeiten anbieten“, sagt Ernst.

Architektonische Inspirationen ausleben

Aus den damaligen Pfanni-Fertigungshallen entstand das Herzstück des Werksviertels: das WERK3. Hierfür wurde das Bestandsgebäude renoviert, modernisiert, aufgestockt und um ein Bauteil erweitert. Auf einem insgesamt 11.000 m2 großen Grundstück steht heute ein Gebäude mit sieben Stockwerken, einem Untergeschoss sowie eine Tiefgarage. Dabei ist es nicht nur die Architektur, die in München seine Beispiele sucht: Teil des WERK3-Konzepts ist ein etwas ungewöhnlicher Nutzungsmix. So entstanden Tür an Tür Loft-Büros, spezielle Handels- und Showroom-Flächen, aber auch Restaurants, Bars, Räume für Entertainment und inspirierende Kunst-Ateliers für Künstler wie zum Beispiel Ugo Dossi und Prof. Olaf Metzel. Mit der außergewöhnlichen Architektur der „Medienbrücke“ wurde ein neues Kapitel in der Münchener Architekturgeschichte aufgeschlagen. Die Flächen der „Medienbrücke“ werden durch eine kühne Konstruktion von zwei aufragenden Säulen gestützt. Die Räumlichkeiten scheinen mit ihrem fantastischen Ausblick über München und den in die Alpen förmlich über dem „Media Works Munich Areal“ zu schweben. Das architektonische Konzept setzt sich im Inneren des Gebäudes konsequent fort. Für ein Raumgefühl der ganz besonderen Art sorgt eine offene Raumgestaltung. Zukunftsweisende Technologien der Kühlung, Lüftung und der Beheizung wurden installiert. Das Gebäude ist mit einer hochwertigen Glasbzw. Doppelfassade mit integriertem Sonnenschutz ausgestattet und alle Fenster lassen sich öffnen. Das Objekt verfügt über eine LEED-GOLDZertifizierung.

Das Münchner Traditionsunternehmen Rohde & Schwarz errichtete im Norden des Werksviertels ein neues Zentrum für Forschung und Entwicklung auf 13.500 m² Geschossfläche: das Technologiezentrum II. Das Gebäudekonzept verknüpft mit seiner Gestaltung die Dimensionen Innovation, Ästhetik und Zweckmäßigkeit. Diese anspruchsvolle Aufgabe übernahm das Düsseldorfer Architektur-Büro RKW Rhode Kellermann Wawrowsky. Dominierendes Designelement ist die offene Raumstruktur, in denen Büros und Labor-Arbeitsplätze für Forschung und Entwicklung gehalten sind. Ein weiterer Eyecatcher ist die Außenfassade mit ihrer auffälligen Aluminium-Lamellenstruktur, die dem Technologiezentrum II eine sehr eigenwillige Anmutung verleiht. Die vertikal begrünten Balkonlandschaften bieten den Mitarbeitern weitere Flächen für eine freie Kommunikation. Da im Werksviertel das kulturelle und kreative Herz Münchens schlägt, soll das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks eine neue Heimatstätte für sein zukünftiges Wirken erhalten. Das ehemalige Pfanni-Gelände eignet sich für das Raumkonzept der Bayerischen Staatsregierung ideal: ein großer Saal mit 1.800 Plätzen und ein kleiner Saal für bis zu 800 Plätze. Es ist geplant, dass das Projekt bereits bis 2021 gebaut und abgeschlossen werden soll. Nicht weit entfernt werden sich Grundschule, Kindergärten, Wohnungen, ein Park, Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten befinden. Klassische Musik erhält somit einen direkten Zugang zu den Menschen. Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks absolviert jedes Jahr in München über 80 Auftritte und verkauft über 8.500 Abonnements.

www.werksviertel.de

Leserwertungen

Tg_comments_butterflyTg_comments_butterflyTg_comments_butterflyTg_comments_butterflyTg_comments_butterfly

Eine Bewertung schreiben

Vergeben Sie Ihre Schmetterlinge (Pflichtfeld)

Verfassen Sie ein Kommentar.

Sie können ihrem Kommentar ein Bild anhängen
Ich akzeptiere die AGB

heller & partner

Possartstraße 14 81679 München
Phone
Fax
Aktueller Standort: | ändern

NEWS FEED

jetzt online blättern

Bildschirmfoto_2018-04-11_um_08.53.42