Bildschirmfoto_2017-10-22_um_21.42.51

Euroboden GmbH

Mit dem neuen Projekt Erhardtstraße 10 setzt Euroboden Maßstäbe für die zeitgenössische Auseinandersetzung mit historischer Architektur

Streng gerasterten, monotonen Lochfassaden kann Stefan F. Höglmaier nichts abgewinnen. Sein Anspruch bei der Entwicklung neuer Projekte ist ein anderer: Der Münchner, Jahrgang 1974, ist Visionär und Gestalter zugleich. Sein 1999 gegründetes Unternehmen Euroboden hat stets das Verhältnis zwischen Bauherr und Architekt sowie die besonderen Gegebenheiten vor Ort im Blick – vor allem aber die Qualität der entstehenden Architektur: „Euroboden ist die erste Architekturmarke der Immobilienbranche“, sagt Höglmaier, der bereits mit mehreren interessanten Projekten auf sich aufmerksam machte – darunter einem Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg an der Ungererstraße 158 in Schwabing-Freimann.

Gemeinsam mit raumstation Architekten aus Starnberg verwandelte er den unter Denkmalschutz stehenden Bunker mit seinen zwei Meter dicken Wänden in attraktive Wohn- und Büroflächen mit Tageslicht und „Weitblick“ über München. Eine Transformation, die sich niemand so richtig vorstellen konnte, als die Bundesliegenschaftsverwaltung das Relikt aus düsteren Zeiten 2010 zum Kauf anbot. Doch sie funktionierte – ebenso wie seine Idee, in dem Gebäude einen einzigartigen Ausstellungsraum einzurichten: Unter dem Namen „BNKR“ (www.bnkr.space) finden hier seit 2014 regelmäßig Ausstellungen und Projekte im Spannungsfeld von Architektur, Kunst, Film, Fotografie und Neuen Medien statt. Dabei versteht das Kuratorenteam BNKR als Ausstellungsraum, Plattform, Denk- und Erlebnisraum zugleich – mit dem Ziel, Reflexionen über unsere Gegenwart(en) in Kunst, Design und Architektur zu aktivieren und sie weiterführend mit Literatur, Film, Musik, Philosophie und/oder Wissenschaft zu animieren.

Die architektonische Vision eines Projekts wird bei jedem Bauvorhaben im offen geführten Dialog mit dem Architekten erarbeitet. Diesen schöpferischen und synergetischen Prozess nennt Höglmaier „Architekturkultur“: Dabei werden die spezifischen Inhalte der jeweiligen Bauaufgabe von Anfang an in einem permanenten Austausch auf Augenhöhe weiter entwickelt. Für dieses in der Branche durchaus nicht übliche Verhältnis wird Euroboden von national und international führenden Büros wie David Adjaye, David Chipperfield oder Jürgen Mayer H. und seinem Büro J. MAYER H. ebenso geschätzt wie als Ideengeber und Bauherr mit architektonischem Sachverstand. Genauso gerne kooperiert Euroboden aber auch mit jungen, weniger bekannten Talenten. „Dadurch entstehen ästhetische Unikate, die gleichzeitig eine hohe Investitionssicherheit garantieren. Neben der Schaffung von neuem Wohnraum werten sie das Stadtbild auf und tragen so in zweierlei Sinn zur Stadtentwicklung bei“, sagt Höglmaier.

Ein neues Beispiel dafür als zeitgenössische Neuinterpretation des Münchner Bürgerhauses ist die Erhardtstraße 10. Auch für dieses in unmittelbarer Nähe zur Isar gelegene Projekt hatte Höglmaier von Anfang an eine klare architektonische Vision: den Erhalt und die Entwicklung der einzigartigen, historischen Münchner Straßenzeile am Isarufer. Wichtig war ihm dabei, gemeinsam mit dem Architekten die benachbarten, überwiegend unter Denkmalschutz stehenden Häuser sowie die städtebaulichen Spezifika der Isarvorstadt in sämtliche gestalterische Planungen einzubeziehen.

Als Partner holte sich Höglmaier mit dem Berliner Thomas Kröger einen mehrfach ausgezeichneten Architekten ins Boot: Kröger gründete sein eigenes Büro 2001 im Anschluss an die Mitarbeit bei Norman Foster in London und Max Dudler in Berlin und arbeitet seither mit Bauherren im In- und Ausland an Privathäusern, Kunstgalerien, sowie Büro-, Wohnund Museumsbauten. Für das Münchner Projekt nahmen sich Thomas Kröger Architekten enorm viel Zeit: Die Isarvorstadt mit dem nahe gelegenen Europäischen Patentamt, dem Deutschen Museum vis-à-vis und dem Gärtnerplatz im Rücken zu erkunden, brachte ihm sehr viel Wissen für das neue Bauvorhaben. „Die Stadt achtet sehr darauf, welches Aussehen Neubauvorhaben haben sollen, und auch deswegen war für mich dieses Projekt ein ganz Besonderes“, so Kröger.

Der vier Gebäudeteile und zwei grüne Innenhöfe umfassende Neubau bietet 24 hochwertige, in Bezug auf Größe und Raumaufteilung sehr unterschiedliche Wohneinheiten. Weithin sichtbares Erkennungsmerkmal ist die markante Dachlandschaft mit ihrer Eindeckung aus Kupferlamellen und den wellenförmigen Ausschnitten. Das Merkmal der voluminösen Dächer fand Kröger in der Nachbarschaft vor und entwickelte daraus die unverwechselbare „Behutung“ des Gebäudes zur Straße.

Beim Vorderhaus griff Kröger Gestaltungselemente der benachbarten, historistischen Fassaden auf und übersetzte sie mit großer Sorgfalt in aktuelle Materialität und zeitgemäße Gestalt. Interessant ist dabei vor allem seine Idee der zweigeteilten Fassade: Weit auskragende Erker verleihen einerseits den innenliegenden Wohnungen die Eleganz eines Salons und machen gleichzeitig die Vorderansicht zu etwas Außergewöhnlichem. Weil der Neubau analog zu den prächtigen Fassaden der umliegenden Häuser über eine ausgeprägte Plastizität und Handwerklichkeit verfügen sollte, wählten Thomas Kröger Architekten für die Erhardtstraße 10 eine Sgraffito-Technik, die ihren Ursprung in der italienischen Renaissance hat und auch an zahlreichen Münchner Bauten präsent ist. Die drei im rückwärtigen Bereich liegenden Häuser greifen die Tradition der Münchner Gewerbehöfe mit etwas schlichter gestalteten Fassaden und niedrigeren Traufhöhen auf und werden über einen räumlich gefassten Weg durch einen vorgelagerten Stadthof und einen begrünten Gartenhof erschlossen. Inspiration zur Gestaltung der außergewöhnlichen Hofgärten holte sich Kröger übrigens beim nahegelegenen Europäischen Patentamt.

 

Leserwertungen

Tg_comments_butterflyTg_comments_butterflyTg_comments_butterflyTg_comments_butterflyTg_comments_butterfly

Eine Bewertung schreiben

Vergeben Sie Ihre Schmetterlinge (Pflichtfeld)

Verfassen Sie ein Kommentar.

Sie können ihrem Kommentar ein Bild anhängen
Ich akzeptiere die AGB

Euroboden GmbH

Bavariafilmplatz 7 82031 Grünwald
Phone+49 (0) 89.20 20 86-20
Fax+49 (0) 89.20 20 86-30
Aktueller Standort: | ändern

NEWS FEED

jetzt online blättern

Bildschirmfoto_2018-04-11_um_08.53.42