Fotos: Kurt Lotterschmid
Tg-blank

Lotec Gmbh

Kurt Lotterschmid aus Kolbermoor, von Beruf Kfz-Meister und -Sachverständiger, hat Benzin im Blut und ist fasziniert von schnellen Autos. Vor rund 35 Jahren war er im Rennsport aktiv, gewann die Europameisterschaft in der Sportwagenklasse und errang den Deutschen Titel bei den Gruppe-C2-Rennern. Nach seiner aktiven Karriere hat er Porsche- und Mercedes Benz-Rennwagen getuned und sich mit seiner Firma LOTEC GmbH auf das Konstruieren von Supersportwagen konzentriert. Sein letztes Werk heißt LOTEC Sirius und ist einer der weltweit schnellsten Zweisitzer mit Straßenzulassung.

Oft verstecken sich die wertvollsten und spektakulärsten Dinge an völlig unspektakulären Orten. So auch in diesem Fall: In einer unscheinbaren Lagerhalle im oberbayerischen Kolbermoor hat eines der schnellsten Autos der Welt seinen Platz gefunden. LOTEC Sirius heißt das silberfarbene Geschoss, benannt nach dem hellsten Fixstern am Firmament. Nomen est omen: Sehr schnittig sieht der Sirius aus. Er wirkt weder aggressiv noch grobschlächtig oder gar altbacken. Ganz Im Gegenteil: das Design mit den unter Glas verborgenen A-Säulen sieht zeitlos elegant aus – eine perfekte Kombination aus Sportlichkeit und Individualität.

„Die Form des Autos hatte ich im Grunde schon immer vor Augen", sagt Kurt Lotterschmid. "Damals habe ich mehrere Spanplatten mit der groben Silhouette aneinandergestellt und dann mit der Flex bearbeitet.“ Nach zwei staubigen Abenden im Keller sei das Styling fertig gewesen, sagt Lotterschmid und zeigt auf das originale Mini-Holzmodell auf der Werkbank. „Oft werde ich gefragt, welches Design-Programm ich dafür verwendet habe. Wenn ich dann sage, wie die Form tatsächlich entstanden ist, ernte ich nur ungläubiges Staunen.“

Dass er ein begnadeter Designer und Konstrukteur ist, bewies der Mann, der sich schon bald nach seiner Rennfahrerkarriere einen ausgezeichneten Ruf als Tuner und KFZ-Sachverständiger gemacht hat, bereits Mitte der 1990er Jahre als es ihm gelang ein Weltrekordauto zu kreieren: den LOTEC Mercedes Benz C1000. Wobei die Modellbezeichnung des Einzelstücks von seiner Leistung herrührt: 1000 PS bezieht der Supersportler aus einem Serien-Mercedes-Motor mit 5,6-Litern. Dieser wurde von der LOTEC GmbH zusätzlich mit zwei Turboladern bestückt. Seine Spitzengeschwindigkeit: 384 Kilometer pro Stunde. Damit hielt der Wagen bis Juli 2010 den Weltrekord. Erst dann war der Bugatti Veyron Super Sport schneller – in der Spitze erreichte dieser 434,2 km/h. Die Serienversion des Bugatti ist allerdings bei 415 km/h abgeriegelt. Wobei der LOTEC C1000 das Potential gehabt hätte, eine Geschwindigkeit von 450 km/h zu erreichen. Doch es gab 1994 noch keine Reifen, die eine Geschwindigkeit über 380 km/h zuließen. So gesehen steht der LOTEC Mercedes Benz C1000, ein rassiges Kohlefaser-Coupé, dem Veyron Super Sport bis heute in nichts nach.

Doch zurück zum LOTEC Sirius. Auch Lotterschmids zweiter Supersportwagen ist ein Fahrzeug der Extreme: Zwar benötigt es aufgrund mangelnder Traktion heutzutage vergleichsweise lang anmutende 3,8 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h, doch macht er dies durch lediglich weitere vier Sekunden für den Spurt auf Tempo 200 mehr als wett. Seine Höchstgeschwindigkeit: 400 km/h. Herzstück des Sirius ist ein Biturbo V12 aus dem Hause Mercedes- Benz. Den sechs Liter großen Vierventiler mit Trockensumpfschmierung setzen zwei Turbolader unter Druck. Bei einem Ladedruck von 1,20 bar leistet der Mittelmotor 1200 PS bei einem Drehmoment von 1320 Nm!

Dabei sieht man dem Sirius sein Alter nicht an. Die fl ach kauernde, kraftstrotzende Silhouette wirkt taufrisch. „Eigentlich wollte ich den Sirius mit chinesischen Geschäftspartner in einer Kleinserie von 20 Stück auflegen“, sagt Lotterschmid. „Doch es gab zu viele Meinungsverschiedenheiten – der Sirius ist deshalb ein Einzelstück geblieben.“ Was die Details betri t, so ist der Wagen immer noch „state of the art“. Die Kohlefaserkarosserie, der Motor, der Rahmen und der überwiegende Rest des Fahrzeugs entstand in Lotterschmids Firma für Karosseriebau und Tuning. Zur Grundausstattung gehören die Servolenkung, ABS, Traktionskontrolle, zwei Metallkatalysatoren und die übliche Sportausstattung sowie eine leistungsstarke Klimaanlage. Letztere ist ein absolutes Muss, denn der Sirius besitzt riesige Glasflächen, aber keine versenkbaren Scheiben.

Den Verbrauch gibt Lotterschmid mit 25 bis 30 Litern Superplus je 100 Kilometer an. Bei konstant 120 km/h jedoch würden etwa sieben Liter ausreichen. Wie auch immer – sicher ist nur, dass einem die Fahrt mit dem Sirius den Atem raubt. Denn bereits das zärtlichste Streicheln des Gaspedals hat rasante Folgen: selbst auf schnurgerader Strecke im dritten Gang bricht das Hinterteil des Boliden gnadenlos aus. Wer gnadenlos Vollgas gibt, entfesselt einen Vortrieb, der jenseits des Vorstellbaren liegt. Andererseits kann man den Sirius auch sehr gut im Cruising-Modus fahren. So gesehen ist Kurt Lotterschmids Supersportwagen nicht mehr, aber auch nicht weniger als eines der schnellsten und schönsten Autos der Welt mit Straßenzulassung.

Leserwertungen

Tg_comments_butterflyTg_comments_butterflyTg_comments_butterflyTg_comments_butterflyTg_comments_butterfly

Eine Bewertung schreiben

Vergeben Sie Ihre Schmetterlinge (Pflichtfeld)

Verfassen Sie ein Kommentar.

Sie können ihrem Kommentar ein Bild anhängen
Ich akzeptiere die AGB

Lotec Gmbh

Staatsstr. 42 83059 Kolbermoor
Phone08031/29380
Fax08031/94087
Aktueller Standort: | ändern

NEWS FEED

jetzt online blättern

Bildschirmfoto_2016-04-11_um_12.28.57
WetterOnline
Das Wetter für
Chiemsee